Wenn der Töne Zauber walten 4

Wenn der Töne Zauber im wirklich gelungenen und sehr gut besuchten Konzert (dessen Klangwelten noch in einem nachhallen) walten, dann walten sie noch lange nicht bei den RezensentInnen. Wie es vielen in den verschiedenen Künsten Tätigen geschieht, werden ihre Aktivitäten nicht unbedingt angemessen in Presse und sonstigen Medien bedacht. So waren wohl entsprechend Kundige einer regionalen Tageszeitung am Sonntag, 18.Oktober zum (nachgeholten) Konzert von Martha Argerich und Jura Margulis ins Freiburger Konzerthaus beordert und niemand mehr übrig für das zweite Jubiläumskonzert des Motettenchores im Lörracher Burghof. Die zweite regionale Zeitung schickte jemanden, der Artikel begeistert sich über ein triumphales Jubiläum voller Mystik und Dynamik, den geschichtsträchtigen und zugleich zutiefst lebendigen Abend, über den Klangkörper von beachtlicher Reife und künstlerischer Strahlkraft, über den Meilenstein der regionalen Kulturpflege, über den genialen, fast schon kühnen Schachzug der Programmgestaltung, über die kollektive Atemlosigkeit des Publikums. Als Klanggemälde gewürdigt wird das Auftragswerk Walignis der jungen Komponistin Elisabeth Fußeder, die Sicht- und Hörbarkeit des Frühlings im Spiel des Orchesters, die Leistung der SolistInnen, das hochgradig aufmerksame, virtuose, bescheidene Spiel des Pianisten Hansjacob Staemmler (u.a. Dozent an der Musikhochschule Freiburg, Hochschule für Musik Karlsruhe, Musikhochschule Frankfurt a.M.), die rundum herausragende Gesamtleistung aller Beteiligten. In den Artikel haben sich allerdings einige Irrtümer eingeschlichen, schade. Es bleibt dennoch die ungetrübte Eigenfreude am Konzerterlebnis!

Wer mag, kann heute um 18 Uhr zum Rundgang durch die noch bis zum 8.November dauernde Ausstellung 100 Jahre Motettenchor in den Hebelsaal des Dreiländermuseums Lörrach kommen, ich habe ein bisschen etwas zum Erzählen zusammengestellt.