Unter dem Titel „Ich bin es nicht. Ich bin’s“ berichtet meine Regionalzeitung heute (teils kritisch) über eine in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus München und der Österreichischen Nationalbibliothek kuratierte Ausstellung über Ingeborg Bachmann, die zunächst in München, im Heiligen Jahr 2025 dann in der Casa di Goethe in Rom zu sehen war, nun bis zum 6.September in Karlsruhe erlebt werden kann, im Museum für Literatur am Oberrhein (Prinz Max Palais), bevor sie von Oktober an in Bachmanns Geburtsstadt Klagenfurt präsentiert wird. „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“, der Ausstellungstitel bedient sich eines Bekenntnisses von Ingeborg Bachmann: „Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe“ (1972). Heute wäre der 100. Geburtstag der Schriftstellerin, die am 17.Oktober 1973 in ihrer römischen Wohnung in der Via Giulia starb. Ich erinnere mich an eine Erschütterung, die die knapp Fünfzehnjährige bei der Nachricht dieses Todes, seines Ortes und seiner Umstände traf. Die Rede zur Literatur während der Eröffnung der 50.Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt (Bachmann-Preis) hielt gestern Abend die 86-jährige Schriftstellerin (und Psychologin) Helga Schubert, die am Samstag, 27.Juni auch bei Literatur am Dom in Altenberg aus ihrem Buch „Luft zum Leben“ lesen wird. Die siebente Bitte des Vaterunser war das Dach, unter das sie in Klagenfurt ihre Gedanken stellte, Und führe uns nicht in Versuchung, genau genannt hat sie den Ort der Bibelstelle und die Orte und Umstände ihrer ersten und der folgenden Begegnungen mit dieser Doppelbitte, die fortfährt sondern erlöse uns von dem Übel/Bösen (in anderer Zählweise sind es Bitte 6 und 7). Gestern Abend musste Helga Schubert ihre frische Stimme antreiben, um in auf 20 Minuten beschränkter Redezeit die gekürzte Strecke ihres Gedankenweges zurücklegen zu können, die erforderliche Geschwindigkeit erreichte sie mühelos – allerdings hätte man sich gedrosseltes Tempo und die ganze Strecke gewünscht, die man nun nachholen kann und wird, der Text lässt sich auch als PDF herunterladen. Die erste Lesung des Bewerbs (so das österreichische Wort) von Fiona Sironic (geb. 1995) war inzwischen zu verfolgen, auch die anschließende Jury-Diskussion (bisher kämpft der Schweizer Literaturwissenschaftler, Autor und Flötist Thomas Strässle nicht mit seinem Hemdkragen, siehe Blogeintrag vom 21.Mai 2026). Die Zahl Sieben wiederholt sich bei den Klagenfurter Tagen: es sind sieben Jurymitglieder und zweimal sieben eingeladene SchriftstellerInnen.
Letztes Jahr war ich nicht in der Casa di Goethe in Rom, dieses Jahr habe ich die Via Giulia nur einmal kurz überquert, Karlsruhe zu erreichen, ist mit Deutschlandticket und Regionalbahn gut möglich (so die Funksysteme funktionieren) – also steht einer Begegnung mit Ingeborg Bachmann im Prinz Max Palais nichts im Wege und ich komme einmal wieder in die Stadt, in der ich am Studienende zwei Jahre lang gewohnt habe (in einer Straße, die nach dem deutschen Lyriker Emanuel Geibel, 1815-1884, benannt ist).
(50.Tage der deutschsprachigen Literatur)
Museum für Literatur am Oberrhein unter:












