
Ich zitiere:
Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Weg, denn wir wollten nicht so spät nach Venedig kommen. Wie freute ich mich so furchtbar! Wenn ich von Venedig hörte, wollte ich immer einmal so gerne hin. Venezia (so heißt Venedig auf Italienisch) ist eines meiner Wunschziele. Wir waren schon einmal in Venedig, als wir im Urlaub in Jesolo waren. Jedoch war ich damals noch ziemlich klein (in dem Jahr wurde ich eingeschult), und so konnte ich mich kaum mehr erinnern. Und dass wir jetzt dahin fuhren, wo ich immer dachte, wann werde ich wohl einmal hinfahren können! Ich freute mich einfach schrecklich! Die Fahrt auf der Autobahn kam einem gar nicht lange vor, schon verließen wir sie in Mestre. Mestre: eine riesige Industriestadt mit gewaltigen Konzernen und vielen feuerspeienden, rauchenden Schornsteinen. Auch gab es hier große Häuserblocks, sie waren zwar schön angelegt, jedoch wohnen wollte ich hier überhaupt nicht. Schon waren wir durch das hässliche Mestre durch und fuhren auf die riesengroße, furchtbar lange Brücke nach Venedig auf. Hier sahen wir ein breites Stück des Mittelmeeres, der Adria. Als wir die Brücke hinter uns gelassen hatten, fuhren wir hinunter an das Wasser, wo ein großer, bewachter Parkplatz war. Hier ließen wir unseren Peugeot stehen. ….. Wir suchten den großen Bahnhof, in dessen Nähe die „Straßenbahn“ von Venedig abfährt, nämlich Schiffe, die einen an die bekannten und weniger bekannten Plätze Venedigs fahren. Hier begann schon das alte Venedig, die ersten kleineren Kanäle, die wir auf schönen Brücken überquerten. Jetzt gingen wir an einem größeren Kanal entlang, hier waren schon viele Geschäfte und Andenkenläden, und hier gab es die ersten Gondeln. Jedoch wir wollten mit dem normalen Linienschiff fahren, das in Venedig den Bus oder die Straßenbahn ersetzt und furchtbar billig ist. Jetzt ging es noch über eine große Brücke. Wenn man auf der einen Seite die Stufen aufwärts geht, sieht man die andere Seite nicht, auf der es wieder hinuntergeht, und man meint, geradewegs in den Himmel zu steigen. Viele Menschen hatte es auch hier, am Anfang von Venedig, auf der Brücke aus weißem Stein, auch junge Leute, die mit den Büchern in der Hand aus der Schule kamen und sich „Buona Pasqua“ (Frohe Ostern) wünschten. Bei ihnen begannen jetzt erst die Osterferien. Nun waren wir an der Haltestelle angelangt, an der die Schiffe abfuhren. Papa kaufte die Karten, und dann mussten wir noch eine Weile in dem überfüllten Wartehäuschen warten, das auf dem Kanal „schwamm“. Endlich kam das Schiff. Es wurde ziemlich voll und wir standen hinten draußen. Und nun ging die Fahrt los in Richtung Piazza S.Marco. Es war wunder-, wunderschön durch die schmaleren und breiteren Kanäle zu fahren, vorbei an alten, geschichtsträchtigen Häusern, Gebäuden und Brücken. Immer wieder zweigten kleinere Seitenkanäle ab, wo auch Menschen mit ihren Privatbooten fuhren. Immer wieder sah man zwischen den Häusern schmale Fußwege, die unvermittelt endeten, weil ja an dieser Stelle der Kanal vorbeiführte. …





















