Eine Besonderheit am Hügel sind die Wildtulpen, auch Weinberg-Tulpen genannt, womit schon klar ist, warum sie sich am Tüllinger wohl fühlen. Tulipa sylvestris liebt ein Leben zwischen den Reben, in Streuobstwiesen, auf kalk- und lehmhaltigen Böden. Im Sonnenlicht breitet sie dezent duftend ihr zipfliges Perigon aus und lockt Insekten an. Unter der Erde hat sie ihr Überdauerungsorgan, die Zwiebel, versteckt, während ihre Laubblätter schlank, glatt und spitz den Stiel begleiten. Man munkelt, die Römer brachten sie mit, auf jeden Fall aber stammt sie, wie die anderen raren Schönen des Hügels, Dolden-Milchstern, Trauben-Hyazinthe und Weinberg-Lauch, aus dem Mittelmeerraum. Sie ist geschützt und die Weinbauern nehmen Rücksicht, sie warten mit dem Grasschnitt, bis die Tulpe ihr kurzes Leben wieder zurückzieht, meist strahlen die Blütensterne nur zwei Wochen. Dieses Jahr neigen die gelben Grazien schon früh ihre länglichen Köpfchen dem Licht des Südens entgegen.
(St.Sebastianus-Kapelle auf dem Heister, 21.März 2026)
(Gespräch mit einer Kapelle I und II siehe Blogeintrag vom 11.Oktober 2025)
Ich steige hinauf zu dir, Kapelle, ich sehe dich wieder.
Zwischen deinen Baumgesellen duckst du dich in die Mulde, mit dem Rot der Vordachpfosten und dem Weiß deiner Fachwerkwände greifst du das Rund der Schilder auf, die jenen den Weg Richtung Schönstein wehren, die nicht zu Fuß gehen.
Mich aber lässt du näher kommen, ich stehe auf dem Grasteppich, der dem trockenen Braun des Herbstlaubs ein Frühjahrsgrün entgegenhält, dann laufe ich dir entgegen, rechts verkündet eine Bronzetafel auf bemoostem Stein, wem dein Patronat gilt.
Du bist still heute, Kapelle. Hast du deiner großen Schwester den Vortritt gelassen? Oder blickst du auf die Baumgesellen und erinnerst dich an den Buchenwald, der dich vor Zeiten umgab, la hêtre, es ist die Buche, die dem Heister den Namen gab.
Von deiner Schwester bin ich zu dir gekommen, wie es die Brandprozession tat beim großen Feuer im Jahr 1788, und wie dich nun immer aufs Neue die Prozession zu St. Johanni erreicht und die zur Feier des Fronleichnamtages.
Dann beten auch deine Baumgesellen mit, lassen ihre Blätter murmeln und singen, heute aber schweigen sie, horchen dem Klang nach, der endlich die Schwester wieder erfüllte, ehrfürchtig fächern sie die kahlen Äste auf und halten sie dem Himmel entgegen,
dein Schieferdach jedoch, Kapelle, und der Glockenturm schicken ihre Bewegung gegenläufig hinauf, sie verjüngen sich Richtung der Wolkenformationen, die schon den Abend einläuten, die Glocke aber bleibt still und ich kann ihre Inschrift nur ahnen:
Campanae sonitu, Jesu, depellito nubes atque atri caeli fulgura grando migrent, Durch den Klang der Glocke vertreibe, Jesu, die Wolken, und die Blitze des schwarzen Himmels und das Hagelwetter sollen wegziehen.
Der Himmel hat auch das Schweigen der Glocke erhört, das Schwarz lässt er dem Schiefer und den Eichenbalken, an denen hoch über Schönstein ein hölzerner Christus seine Passion vollendet und das schmerzerfüllte Gesicht unter die Dornenkrone und das INRI fügt.
Du hältst ihn über die Weite der Landschaft, Kapelle, und ich nehme seine Geschichte mit, als ich dein Sechseck verlasse und meinen Fußweg fortsetze hinab zur Stelle, wo der Elbbach willig sein Wasser der Sieg schenkt.
(Quellenangabe: www.schuetzenbruderschaft-schoenstein.de und Flyer der St.Sebastianus- Heisterkapelle zu Schönstein/Sieg „Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab…“)
Sie dachte, dass man die Fragen waschen sollte. In eine Waschlauge tunken, auswringen und schließlich zum Trocknen aufhängen. Sie stellte sich vor, wie frisch sie dann wären. Und wie hell. Befreit vom Schmutz der Verlegenheiten, der Unsicherheiten, des „Me too“ oder des „We cannot“. Frischgewaschene Fragen würden strahlend an der Leine hängen und im Frühlingswind flattern, eine lange Reihe von Wäschestücken, große wie kleine, leise knatternd im Luftzug über dem jungen Grün aufkeimenden Grases. Nähme man sie dann von der Leine, könnte man mühelos die Antworten hinein falten, betört vom Frühlingsduft, der sich in ihnen verfangen hätte.
Und der Büroaufsteller in seinen letzten Tagen hat auch den Frühlingsduft eingefangen: Carl Larsson (1853-1919) hat 1914 seine Tochter mit den Apfelblüten aquarelliert:
Der Sonntag Judica leitet zwei Wochen vor Ostern die eigentliche Passion ein, der Name entstammt dem ersten Wort des Eingangspsalms „Judica me, Deus..“, (Psalm 43,1) ein Ruf nach Gerechtigkeit. „Schaffe mir Recht, Gott, und führe meinen Rechtsstreit…“, übersetzt die Elberfelder Übersetzung. Im Herrnhuter Losungsbüchlein ist der Psalm 43 auch als heutige Bibellese angegeben. In der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) habe ich ihn schon gesungen. Es ist ein kurzer Psalm mit fünf Versen, ich zitiere noch ein paar Zeilen daraus:
Sende dein Licht und deine Wahrheit, sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen. So werde ich kommen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Jubelfreude. …Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott.
ist der Titel eines Gemäldes von Giovanni Bellini (um 1437-1516) in der Chiesa di San Francesco della Vigna in Venedig. Leider habe ich es noch nicht vor Ort original gesehen, aber das kann ja noch werden. In der zweiten Franziskanerkirche in Venedig, der Frari-Kirche, durfte ich aber schon einmal singen. Vom Gemälde besitze ich eine Postkarte, eine Verwandte schickte sie im Dezember 2023, und in so manchem Buch dient sie mir als Lesezeichen. Der Hl.Josef ist nicht dargestellt, aber die Madonna con il Bambino ist im Gespräch mit dem pfeildurchbohrten Hl.Sebastian, mit Johannes, dem Täufer, der eine Schriftrolle in der linken Hand hält, mit Franziskus von Assisi, mit dem Hl.Hieronymus samt aufgeschlagenem Buch und mit dem Stifter.
(Foto: Glättung von Kellerfunden, damit man sie bald aufhängen kann)
Es kann sein, dass man durch seine Stadt auf einem Weg radelt.
Es kann sein, dass man durch seine Stadt auf einem Weg neben der S-Bahn-Linie radelt.
Es kann sein, dass man durch seine Stadt auf einem Weg neben der S-Bahn-Linie radelt, den man lange nicht geradelt ist.
Es kann sein, dass man durch seine Stadt auf einem Weg neben der S-Bahn-Linie radelt, auf dem man lange nicht geradelt ist und dabei Neuentdeckungen macht.
Es kann sein, dass man durch seine Stadt auf einem Weg radelt, den man lange nicht geradelt ist und dabei Neuentdeckungen macht, die dem Frühling geschuldet sind.
Dem Frühling der Blüten.
Dem Frühling der Blüten im Hinterhof.
Dem Frühling der Blüten im Hinterhof bei den Autoabstellplätzen.
(Römische Freuden 1-13 siehe Blogeinträge vom 20.,21,.27.,30.Jan.,3.,6.,11.,16.,19.,24.,27.Febr.,3.,11.März)
…, und bei all dem hatte sie immer gedacht, wie gütig mich unser Gott geführt hat, dass ich hierher und nicht dorthin gekommen bin, dass sie Haustochter geworden war und in der Küche und bei der Essensausgabe gearbeitet hatte, dass ihr auf der Terrasse des Diakonissenhauses oder bei den Gängen durch die Stadt über den Dächern die imponierende Kuppel der Peterskirche in den Blick gerückt war,
und dass sie nun als Krönung die römischen Freuden hatte teilen können mit den Eltern, die Plätze, die Straßen, die Brunnen, die Museen und Menschen, wie eine große Familie hatten sich alle vereint, die Südtirolerin Maria und die Mutter, der Theologiedoktorand und der Vater, die Schwester des Doktoranden und sie, dazu ein Klassenkamerad, der auch noch gekommen war,
gemeinsam waren sie, umarmt von den Kolonnaden, über die Weite des Petersplatzes geschritten, auch die strenge Schwester R. hatte sie begleitet, und die Luft war schon so frühlingshaft warm gewesen, dass die große Diakonisse ihren Mantel locker über dem Arm und die Haustochter den langen hellen Kapuzentrenchcoat offen getragen hatte,
und beim Brunnen auf dem Petersplatz war ihr wieder C.F. Meyers Gedicht vom Römischen Brunnen eingefallen, das aber einem anderen Brunnen galt, einem in der Villa Borghese, „Aufsteigt der Strahl und fallend gießt/ Er voll der Marmorschale Rund…“, Meyer hatte über Jahrzehnte immer wieder „verdichtend“ daran gearbeitet, und einen Schluss vollendet, den sie liebte „Und jede nimmt und gibt zugleich/ Und strömt und ruht“,
aber sie hatten nicht nur die Gräber der Apostelfürsten besucht, sondern die Eltern waren auch mit ihr über die Piazza del Popolo hinauf zum Pincio gestiegen, den Weg gegangen zu der anderen deutschen Insel, zur Kirche in der Via Sicilia und sie hatten den Brunnen mit der auffällig großen Schale gesehen, der gegenüber der Villa Medici unter den Bäumen stand und zu kurzem Innehalten einlud,
wie sie überhaupt alles erfasst hatten, was ihr vertraut und wichtig geworden war, die Exemplare der „Gartenlaube“, die sie in einem Stauraum im Haupttreppenhaus gefunden und verschlungen hatte, die Begegnungen mit den Übriggebliebenen auf dem Stockwerk des Altenheims, mit dem 80-jährigen Fräulein, das einst Gouvernante von Diplomatenkindern gewesen war,
mit dem schittrigen Herrn K., für den sie immer am Kiosk Jerry Cotton-Hefte hatte kaufen müssen und der in Gesprächen die Trauer um seine Frau genauso umkreiste wie schwierige geheimdienstliche Missionen, in denen er unterwegs gewesen zu sein glaubte, so dass sich in seinen Geschichten die Grenze zwischen Realität und Fantasie verflüssigte,
schließlich aber war die Zeit im Diakonissenheim an ihr Ende gekommen, sie hatte Flöten, Noten, Reiseführer und Rilke-Ausgabe wieder in den Koffer gepackt, obwohl ein Abschied von den römischen Freuden kaum vorstellbar war, denn „der Abschied von Rom ist schmerzlich und ein Aufreißen der Seele. Er stellt einem alles Ungenügen des irdischen Zustandes vor Augen“,
das hatte schon Werner Bergengrün gewusst, dessen „Römisches Erinnerungsbuch“ ihr die Mutter zum Trost gereicht hatte auf der gemeinsamen Zugrückreise, auf der sie sich des Weinens nicht schämte, denn das Weinen gehörte zur Gewalt der Trauer, die sie erfasst hatte, und durch die Tränen hindurch hatte sie zu lesen begonnen,
und sich wiedergefunden in Sätzen wie „Dies Zurückbleibende ist mehr als eine Summe vom Gedächtnis aufbewahrter Dinge: es ist ein neuer, freilich in der Anlage vorbegründeter Bestandteil unser selbst“ , und auch mit Eindruck und Wunsch am Schluss des Buches hatte sie sich einverstanden erklärt: „Deutlicher als an jedem anderen Ort spürst du in Rom, dass etwas vom Pilger in uns allen steckt. Möchtest du auch spüren, dass jedem Pilger die Heimkehr verheißen ist“,
und sie hatte sich nie trennen können von allem, was sie während der römischen Freuden in Händen und Herz gehalten, aufgeschrieben und in Fotonotizen festgehalten hatte, sondern die Dinge aufbewahrt, und wenn sie nun, Jahrzehnte später, im Frühlingsmonat März das Römische Erinnerungsbuch aufschlägt, fällt ihr die Postkarte entgegen,
die den Altare della Cattedra di San Pietro con la ‘Gloria’ del Bernini aus dem Petersdom zeigt, und auf der die Mutter am 5.März 1978 mit blauer Tinte an ihr „geliebtes Kind“ geschrieben hatte: „Roma-Mönchweiler im Zug. Rom liegt hinter Dir. Rom, die Stadt, die alles in sich birgt und irgendwie miteinander verbindet: Vergangenes und Zukünftiges. Gott mit Dir und Mut.“
(Fine)
(die kursiv gesetzten Wendungen finden sich auch – an unterschiedlichen Stellen und ggf. in grammatikalisch gering anderer Form – in Friedrich Christian Delius „Bildnis der Mutter als junge Frau“, Rowohlt TB-Verlag, 3.Aufl.2010)
(die Lektüre-Zitate stammen aus Werner Bergengrün: Römisches Erinnerungsbuch. Mit 16 Piranesi-Stichen. Herderbücherei Band 509. Herder-V. Freiburg-Basel-Wien 2.Aufl.1976)
(Engelbert Kirschbaum SJ: Die Gräber der Apostelfürsten. St.Peter und St.Paul in Rom. Societäts-V. Frankfurt/Main. 3.Aufl.1974, schenkte die Mutter dem Vater am 8.März 1978 „zur Vertiefung des gemeinsam Erlebten“)
Liebe Frau A., ein paar Moleküle haben sich in meiner Nase verfangen, haben Sie wieder etwas in ihre Töpfe gerührt? – Jetzt bin ich aber froh, dass Sie nicht geschmissen gesagt haben! Rühren gefällt mir besser, auch dann, wenn es sich mit Präfixen schmückt. – Hä? Helfen Sie mir, ich komme nicht mit. – Ja, scusi, zum Beispiel umrühren, unterrühren, anrühren, glattrühren, manchmal aber auch aufrühren. – Hm, verstehe, was Sie immer alles finden im Kochdunst, ich bin regelrecht gerührt. – Na, sehen Sie, da haben wir’s, das Rühren berührt auch die Rührenden, was für ein Glück. Ich musste nämlich heute ein bisschen Sonne in die Töpfe rühren. – Wieso denn das? – Ach, wissen Sie, draußen gab’s auf einen Schlag so wenig davon, der Frühling hatte die Pause-Taste gedrückt, auf den Hügeln hatte sich frischer Schnee häuslich niedergelassen und alle Jogger trugen wieder lange Hosen. – Stimmt, das war mir auch sofort aufgefallen! Aber wie um alles in der Welt haben sie denn Sonne in die Töpfe gerührt? – Ganz einfach, ich habe Risotto gekocht. – Schon wieder Risotto? Das ist ja langweilig. – Also, jetzt entschuldigen Sie mal, lieber Herr Spürnase, Sie sind aber auch gar nicht anspruchsvoll. Sagten Sie nicht, dass es gut duftet? – Ich sagte, ein paar Moleküle haben meine Nase erreicht. – Ah, immerhin, schauen – nein, riechen Sie: es ist der Safran, Crocus sativus! Ein paar wenige der kostbaren Fäden hab‘ ich zum Schluss unter den Risotto gerührt, als er schon in der Brühe sämig geworden, aber noch bissfest geblieben war. Finden Sie nicht, dass man all die Handarbeit, die zur Ernte der Safran-Narben nötig ist, riechen kann? – Ah, das war’s, was meine Nase erreicht hat, klar, der Geruch der ausdauernden Handarbeit! Aber was ist denn jetzt mit der Sonne? – Ja, wissen Sie, das Wort Safran kommt aus dem Persischen und bedeutet gelb sein oder gelb werden. Und sehen Sie, unsere sehr sparsame Dosierung der Fäden (wichtig, denn- wie schon Paracelsus wusste, die Dosis macht das Gift!) hat den ganzen Risotto in sonniges Gelb getunkt. Da geht einem doch gleich das Herz auf! – Sie meinen, wir rühren das Herz auf? – Giusto, Sie haben es erfasst, Herz, Gemüt, Geist, wenn man so will, denn es ist sogar wissenschaftlich belegt, dass Safran als Antidepressivum wirkt. Also wir werden nicht mehr unter- oder runter- oder heruntergerührt beziehungsweise -gedrückt, sondern stattdessen hinauf – ist das nicht schön?! – Doch, doch, ganz schön, aber irgendwie fehlt mir noch was. – Ihnen fehlt wieder was? Was ist es denn diesmal? – Mir fehlt das Italienische. Also bis auf die paar eingestreuten Wörtchen ist das zu kurz gekommen. – Ach, wenn es weiter nichts ist, lieber Herr Spürnase, dann kann ich Abhilfe schaffen, es handelt sich nämlich um Risotto Milanese und außer dem Safran habe ich zum Ende der Garzeit noch Formaggio hineingerührt, und zwar geriebenen Parmigiano Reggiano. – Oh, das ist gut, da bin ich jetzt doch be- oder gerührt, denn bereits Boccaccio erwähnte im 14.Jahrhundert den Parmigiano Reggiano in seinem berühmten Decamerone: „…et eravi una montagna di formaggio Parmigiano grattugiato , sopra la quale stavan genti, …“
NB.: der Büroaufsteller und Paul Signac haben sich heute auch für die liturgische Farbe Rosa entschieden:
Der heutige Laetare-Sonntag ist benannt nach dem Anfangswort des Introitus „Laetare Ierusalem…“, die Worte finden sich in Jesaja 66, Verse 10 und 11:
Freut euch mit Jerusalem und jubelt über sie, alle, die ihr sie liebt! Jauchzt mit ihr in Freude, alle, die ihr über sie getrauert habt! Damit ihr saugt und euch sättigt an der Brust ihrer Tröstungen, damit ihr schlürft und euch labt an der Fülle ihrer Herrlichkeit.
Da mit dem Sonntag Laetare die Hälfte der Fastenzeit überschritten ist, hat er einen tröstlichen, fröhlichen Charakter und so mischt sich schon ein wenig österliches Weiß ins Violett der Fastenzeit, so dass als liturgische Farbe Rosa resultiert.
Der im Herrnhuter Losungsbüchlein für die heutige Bibellese angegebene Psalm ist Psalm 84, es gelingt mir nie, ihn „still“ zu lesen, immer singt innerlich Brahms‘ Vertonung einzelner Verse (in seinem Deutschen Requiem) mit : Wie lieblich sind deine Wohnungen,…
Ich zitiere hier nun aber noch die Verse 4 bis 7 nach der Elberfelder Übersetzung:
Auch der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat – deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott! Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben. Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen.
(Foto 1: Doshi Retreat auf dem Vitra Campus. Foto 2: Brunnen am Tüllinger Hügel)