
Am Hügel beginnt die Weinlese, früher als sonst, und die Winzer und Hobbywinzer suchen helfende Hände, längst schon habe ich da einmal mitmachen wollen, etwas hindert mich auch dieses Jahr. Dann also nächstes! Für Münder und Mägen wird auch gesorgt sein, heißt es, und ich stelle mir das gemeinsame Arbeiten, Essen und Trinken in den Rebreihen als etwas sehr Schönes vor. Auch die Regionalzeitung widmet heute auf der Weiler Seite der Weinlese einen Artikel und bittet im Namen der Winzer und Winzerinnen um Rücksichtnahme und Unterstützung der Bevölkerung, das Betreten der Rebgrundstücke sei während der Traubenreife verboten, während aber auf hiesiger Gemarkung die öffentlichen Wege am Weinberg offen blieben. Ich erinnere mich, dass das in früheren Jahren schon einmal anders war und die Wege während der Lese mit rotweißem Flatterband und Schranken gesperrt wurden. Nun werden Rebhüter eingesetzt, die auf Einhaltung der Regeln achten und nicht nur unbefugte Personen von Grundstücken verjagen, sondern auch – mithilfe von Schreckschussmunition – Stare, die sich an reifen Trauben laben wollen. Schon fahren Traktoren, sehe ich bei einem Spaziergang am Hügel, und Jeeps mit Hänger, auf denen Bottiche leuchten. In den vier Platanen hinter mir haben Winde ein Stelldichein mit Sonnenstrahlen, im Brombeergestrüpp dunkeln erste Früchte ihrer Reife entgegen. Das Reblaub gehört zum Wenigen, das diesen Sommer tiefgrün geblieben ist, der Hügel ist durch die dichten Rebreihen noch immer von dunklem Grün überzogen, blicke ich darüber hinweg, gewinnen in der Ferne die Vogesengipfel an einer Klarheit, die den nahenden Herbst ankündigt.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch ein wenig Regen,
geleite sie zur Reife hin und lege
die letzte Güte in den süßen Wein.
Ich möchte hier noch einmal den schön zusammengestellten und gestalteten Insel-Bücherei Band Nr.1549 empfehlen: Rilkes Tiere. Hrsg. von Angelika Overath und Manfred Koch, Insel Verlag Berlin 2025. Siehe hierzu auch Blogeintrag vom 26.September 2025:

(Und unbedingt muss ich noch vor dem 19.Januar 2027 in die Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne des Deutschen Literaturarchivs Marbach: Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten)








