(siehe hierzu auch Blogeinträge vom 18.Juni und 15.April 2026)
Auch in den südlichen Bundesländern startete nun das neue Schuljahr (remember: in Bayern und Baden-Württemberg müssen die Kinder immer noch bei der Ernte helfen 😉) und die Chorproben folgen den durch den Ferienplan vorgegebenen Zeiten. So gab´s nicht nur für frischgebackene Schulkinder bunte Begrüßungslieder (eingeläutet vom buntgescheckten Elefanten namens Elmar), sondern auch Beethoven, Brahms und Mendelssohn-Bartholdy satt.
Musikalische Konzentration also auf Töne und Texte, faszinierend stimmbildnerisch unterstützt durch Tiago Oliveira (Tenor, Gesangslehrer, Stimmbildner, Mitglied der Zürcher Sing-Akademie, Lehrbeauftragter für Gehörbildung an der Musikhochschule Freiburg). Wie man doch immer wieder an einem „Gl“ arbeiten kann, damit es den richtigen Auftakt bildet zu „Glänzende Götterlüfte rühren euch leicht“ und das „leicht“ auch wirklich luftig leicht abbricht und dennoch hinaufreicht in ersehnte Welten.
Auswendig sollen Hölderlins Text (Hyperions Schicksalslied) und Brahms‘ Töne im Konzert erklingen, also gilt es, beides inwendig bis in alle Nuancen zu erfassen. Auch Beethovens Fantasie für das Pianoforte mit Begleitung des ganzen Orchesters und Chor wird ohne das Carus-Notenheft zu singen sein: „Großes, das ins Herz gedrungen, blüht dann neu und schön empor, hat ein Geist sich aufgeschwungen, hallt ihm stets ein Geisterchor. Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen, froh die Gaben schöner Kunst! Wenn sich Lieb und Kraft vermählen, lohnt dem Menschen Göttergunst.“ Geschrieben wurde der inzwischen häufig nicht goutierte Text von einem recht unbekannten und in der Erstausgabe nicht genannten „Gelegenheitsdichter“ (der Beethoven-Schüler Carl Czerny nannte als Verfasser den Wiener Konzipisten und Redakteur Christoph Kuffner). Also, Sängerinnen und Sänger, singt mit Liebe und mit recht eingesetzter (Stimm-)Kraft, dann werden es Euch nicht nur die ZuhörerInnen, sondern auch höhere Mächte lohnen.
Bei der Mendelssohn-Vertonung der Goethe-Ballade Die erste Walpurgisnacht hingegen werden wie bei der Uraufführung der davon inspirierten Auftragskomposition der jungen Komponistin Elisabeth Fußeder (Walignis) die Notationen unterstützen. Goethe hatte von Anfang an eine Vertonung seiner Ballade im Sinn, der ursprünglich vorgesehene Komponist Carl Friedrich Zelter übergab jedoch schließlich die Vorlage an seinen Schüler Felix Mendelssohn-Bartholdy. Jener reiste in den Jahren 1830/31 durch die Schweiz und Italien und schrieb aus Rom an Goethe, dass ihn seit einigen Wochen fast ausschließlich die Musik zum Gedicht „Eur.Exzellenz, welches die Walpurgisnacht heißt“ beschäftige, dass er aber „fühle, wie groß die Aufgabe ist und mit welcher Sammlung und Ehrfurcht ich sie angreifen muss“. Das Werk erklang zum ersten Mal im Herbst 1832 nach Goethes Tod (22.März 1832) , und zwar in Mendelssohns Elternhaus, öffentlich dann am 10.Januar 1833 in der Sing-Akademie zu Berlin, Mendelssohn dirigierte selbst. Ganze zehn Jahre später (1842/43) arbeitete er seine Komposition grundlegend um, wieder dirigierte er selbst bei der Uraufführung der zweiten Fassung am 2.Februar 1843 im Leipziger Gewandhaus, Robert Schumann und Hector Berlioz waren unter den Zuhörern. Der begeisterte Hector Berlioz hielt später seine Eindrücke schriftlich fest.
Das zweite Jubiläumskonzert zu 100 Jahre Motettenchor lässt am Sonntag, dem 18.Oktober 2026 ab 18 Uhr im Burghof Lörrach der Töne Zauber walten, die Leitung hat Joss Reinicke. Herzliche Einladung!











