Nebelgedanken

I

Auf meinem Hügel wohnt heute der Nebel, als reiche ihm der Raum des Himmels nicht. Der Herbst hat sich niedergelassen und es ist, als käme er endlich heim. In den Rebstöcken taucht die Erinnerung an gedämpfte Laubtöne auf, noch etwas zögerlich lassen sie vom kräftigen Grün ab. Dabei haben sie ihre Trauben schon längst hergegeben und den Winzern anvertraut. Die vier mächtigen Platanen haben sommerlicher Trockenheit getrotzt und an vielen Blättern festgehalten. Ihr Herzwurzelsystem befähigt sie dazu. Jetzt empfangen sie die fisselige Feuchtigkeit mit jeder Pore und sind besänftigt.

II

Auf den Videos der Wetter-Webcams sehe ich den Himmel bei Scuol: Schleierwolken dämpfen das Blau, aber die Sonne wirkt noch kräftig. Ich erinnere mich an die Ankunft in der Staziun Scuol-Tarasp (die s klingen wie sch) und an die Elfchen zur Ankunft im ersten Kurstag:

Signalrot

in Landquart

die Rhätische Bahn

ohne Zweifel nun weiter

Allegra!

Engadinerblau

in Scuol

empfängt es dich

am Himmel eine Wolke

federleicht