
Ma certo – Hermann Hesse (1877-1962) war auch Maler, und als solcher hat er noch bis zum 11.Oktober einen gelungenen Auftritt in der Kunsthalle Messmer in Riegel. Wobei auch des Malers Worte auftreten, und das nicht nur in Hesses Bekenntnis „Als Dichter wäre ich ohne das Malen nicht so weit gekommen.“
Hermann Hesse-Bereit zum Aufbruch, so der Titel der Ausstellung, die etwa 130 Aquarelle, Tusche- und Federzeichnungen, Typoskripte von Gedichten, illustrierte Briefe, Erstausgaben und Fotografien in den Räumen der stillgelegten Riegeler Brauerei nicht nur versammelt, sondern miteinander sprechen lässt.
Blick nach Italien ist der Titel einer Aquarellskizze, eine weitere Variation des Blicks aquarellierte Hesse in seinen Tessiner Jahren und verband sie mit dem 1924 entstandenen gleichnamigen Gedicht, das sich um Herbstgedanken rankt.
Ein Plakat von Andy Warhol, Aussagen von Udo Lindenberg zu Hesse („Die Verbindung zwischen diesem großen Meister und mir, dem Zauberlehrling, wird ewig bleiben“) und ein Plakat der amerikanisch-kanadischen Rockband Steppenwolf stehen als Beispiele für den weitreichenden Einfluss von Hesses Werk auf andere Kreative.
Der Steppenwolf – nicht nur die Rockband hat den Romantitel (erschienen 1927) entlehnt, auch meine Mutter gab den Namen dem italienischen Familienfreund, wie in einem Fotoalbum nachzulesen ist („Der Steppenwolf bereitet uns einen wunderbaren Nachmittag auf der Terrasse der Romagna“).
Das Fotoalbum enthält weitere Hesse-Bezüge. Dazu und zur Ausstellung in Riegel bald mehr.

