
…bekam am Wochenende ordentlich Konkurrenz durch große und kleine Singvögel, die Straßen und Plätze Lörrachs mit Stimmen und Melodien aller Art füllten in bester variantenreicher Lerchenmanier. „Lörrach selbst wird zu einem großen Klangraum“ , verhieß denn auch der Programmflyer, „wenn viele Stimmen zusammenkommen, entsteht etwas ganz Besonderes: Gemeinschaft, Begegnung und Lebensfreude“, schrieb der OB zum jährlich wiederkehrenden Ereignis und empfahl: „Lassen sie sich durch die Stadt treiben, entdecken Sie musikalische Darbietungen an verschiedenen Orten und erleben Sie zahlreiche Mitsingangebote unter freiem Himmel“. Chöre, Ensembles, SolistInnen, Bands, Singer-Songwriter aus dem Dreiland und auch von weiter her vollführten ihren Singflug in den verschiedensten Tempi, Rhythmen, Lautstärken, Qualitäten, auf jeden Fall aber mit nicht nachlassender Begeisterung. Gut für die Singvögel und für die ihnen Lauschenden, dass zu den Aufführungsorten der Innenhof des Dreiländermuseums, der Hirschenbrunnen und der Hebelpark gehörten, boten sie doch auf unterschiedliche Weise Kühlmöglichkeiten, so dass trotz hochsommerlicher Temperaturen nicht nur mitgesungen, sondern auch mitgetanzt wurde, bis hinein in die scharfgezeichneten Schlagschatten. Beim langsamen Flanieren lief man auch einigen ChorkollegInnen über den Weg (sahen sie nicht ein klitzekleinwenig müde aus?) und reaktivierte die Freude über die gelungene Vernissage (100 Jahre Motettenchor, Dreiländermuseum) und das muntere Chorfest.
Muss man sich nun wundern, dass die Lerche Lörrachs Wappentier ist? Eigentlich nicht! Aber sie ist dies bereits seit mehreren hundert Jahren (ein historischer Stadtplan von 1643 im Staatsarchiv Basel zeigt das Wappentier schon, bestätigt wurde es 1756 durch Markgraf Carl Friedrich von Baden). Nicht halten lässt sich die Vermutung, dass der Ortsname Lörrach auf irgendeine Weise in Zusammenhang steht mit der Lerche, zum Beispiel als Zusammenziehung von „Lerchenbach“. Am ehesten ist er kelto-romanischer Herkunft, im von den Römern besetzten Gebiet haben viele Ortsnamen die Endung -ach, die von der gallorömischen -acum abstammt. Lörrach, das erstmals in der Form Lorracho im Jahr 1102 in einer Basler Urkunde auftaucht, hieß also höchstwahrscheinlich Lauracum und hatte seine Urzelle in einer villa rustica, die einem Laurus oder Laurius gehörte. Wie dem auch sei, wir wünschen Lörrachs Lerche noch viele Singflüge!

