Sie spielte Prinzessin und der Musikverein Blasmusik, o Täler weit o Höhen, o schöner grüner Wald. Prinzessinnen saßen still und aufrecht an ersten Tischen und grüßten anmutig, wenn sie das tun sollten, und alle grüßten Prinzessinnen und schauten, ob sie lächelten und welches Kleid sie trugen. Sie schaute auch, Knöpfe an burgunderroten Westen glänzten golden wie die Posaunen, die meist den rechten Ton trafen. Dass etwas Langes hin und her gezogen wurde, hatte mit dem Ton zu tun und aufgeblasene Backen auch. Plötzlich erhob sich einer und schlug zwei große Teller aufeinander, golden funkelten auch sie, einer vor dem dunklen Rot der Weste, der andere vor dem Schwarz der Hose, wenn kräftige Arme die Teller wieder auseinanderzogen, den einen hoch hinauf, den anderen hinunter. Die Musik war laut und die Gespräche an den Tischen pausierten, setzten aber sofort wieder ein, wenn der Kapellmeister seinen fuchtelnden Stab sinken gelassen, sein großes Taschentuch übers Gesicht gezogen und sich verbeugt hatte. Vor ihr stand die bauchige Bluna-Flasche, an ersten Tischen durften Prinzessinnen Strohhalme ins Grün der Flaschenöffnung stecken, sonst aber nicht, das Angesaugte leuchtete wie die beiden Orangenbälle unter den Blättern des Etiketts und die fruchtigfrische Flüssigkeit prickelte auf der Zunge. Wurde sie angesprochen, schluckte die Prinzessin schnell und antwortete artig, sonst folgte sie den Worten nicht, die über den Tisch wogten, aber die Stimmen von Mama und Papa waren um sie herum und das war gut so. O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön. Manchmal gab es am Ende Tanz und manchmal traute sie sich aufzustehen und zu den Paaren zu gehen, über deren Schwung sie sich gewundert hatte, denn da bewegten sich auch Grauhaarige, für die sie im Bus den Platz freigeben musste. Ein paar Schritte, ein paar Drehungen auf dem Schwingboden der Mehrzweckhalle vor den Tischen, tanze mit mir in den Morgen…, Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus…, andere Dorfkinder drehten sich auch und hüpften. Die Eltern tanzten nie, aber der Papa hielt die Reden und die Mama hielt zu ihm.

