
Am 3.August 2018 haben wir in Wien einen Hydranten fotografiert. Weil wir auch Hydranten mögen. Weil er da so allein stand. Weil er uns so angeschaut hat. Verschnupft geschaut hat. Mit seiner dicken Nase. Weil feine Fäden Grün in seinem Tränknapf flottierten. Weil er uns an die Nasoni erinnert hat. Die großen Nasen, die aber dünne Nasen haben. Und allen Rompilgern, Rompromeneuren, Romflaneuren Trinkwasser spenden. Köstlich frisches Wasser.
Hydor – das altgriechische Wort für Wasser taufte den Hydranten. Und auch der verschnupfte in Wien ist eine Armatur zur Entnahme von Wasser aus einem Wasserverteilungssystem. Feuerwehr, Straßenmeisterei, kommunale Betriebe, Straßenreinigungsfirmen und Zeltfestveranstalter dürfen sich bedienen. Wie die Hydranten aufgewachsen sind, kann Wikipedia erzählen. Unser Wiener Hydrant gehört zur Sippe der Überflurhydranten (ah, er korrigiert mit Wiener Schmäh: als Österreicher sei er ein Oberflurhydrant). Versteht sich, dass es auch eine Sippe der Unterflurhydranten gibt. Ganze Hydrantenfamilien versammeln sich in Feuerwehrmuseen. Einarmige Individuen sind darunter und welche mit zwei Armen. Manche Gestalten mit speziellen Mänteln angetan: Fallmantelhydranten und Kippmantelhydranten. Die mit dem Kippmantel halten sich für „Alte Münchner“. Wohingegen der signalrote beim Senter Sportplatz skulptural auf der Höhe der Zeit ist mit seinem Schwung und dem Storz-75-Abgang. Sollen wir uns jetzt einen Hydranten in den Garten laden? Bekannte grüne Kleinanzeigen würden uns jedenfalls dabei unterstützen.
