
Morgen, am 6.Sonntag der Passionszeit, am Palmsonntag, ist es soweit: der Motettenchor Lörrach bringt unter seinem Dirigenten Joss Reinicke um 18 Uhr in St.Bonifatius, Lörrach, die Johannespassion BWV 245 (1724) zur Aufführung, das Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Es ist das erste Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen des Chores. Der in Dänemark aufgewachsene Joss Reinicke, der den Chor im Januar 2022 übernommen hat, ist erst der vierte Dirigent in der langen Geschichte des Chores. Erfreulich junge Solisten sind engagiert: Elena Elsa Tsantidis, Sopran; Kea Niedoba, Alt; Martin Höhler, Tenor; Mateo Penaloza Cecconi, Bass (Pilatus, Arien); Johannes Arzt, Bass (Jesus). Den warmen Wohlklang des aus ebenfalls jungen, experimentierfreudigen Musikern bestehenden Ensemble BaroqueLAB Frankfurt konnten wir gestern Abend bereits in der Probe genießen. Im Programmheft u.a. (mit Genehmigung) abgedruckt sind Auszüge eines Interviews von Domradio Köln mit dem Bach-Experten, Theologen und Musikwissenschaftler Prof.Dr. Meinrad Walter, Freiburg, in dem es u.a. heißt, dass die Kraft dieses Werkes sich in ganz verschiedenen Settings durchsetzt.
Wir haben das „Setting“ der St.Bonifatius-Kirche, der katholischen Hauptkirche der Stadt Lörrach, einer neoromanischen dreischiffigen Säulenbasilika, die von einem kleinen Park umgeben ist. Der Grundstein der Kirche war am 9.Juli 1865 gelegt, die vier Glocken am 28.Juli 1867 und die Kirche am 6.August 1867 durch den Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler geweiht worden. Bei einem Großbrand am 15.Juli 2007 wurden der Turmhelm und die Glockenstube erheblich beschädigt, die Kirche erfuhr in den Jahren 2007 und 2008 eine umfassende Renovierung, das vollkommen zerstörte Geläut musste ersetzt werden, am 14.September 2008 wurden fünf neue Bronzeglocken (gegossen in der Glockengießerei Bachert, Karlsruhe) geweiht und tun seither ihren Dienst im 40 Meter hohen Glockenturm: Bonifatiusglocke, Josef-Glocke, Elisabeth-Glocke, Ökumene-Glocke und Marienglocke. Aus dem ausgebrannten Glockenstuhl hat man zur Erinnerung an den Brand eine der früheren Glocken im kleinen Park an der Choraußenseite der Kirche aufgestellt.
Als ich gestern vom Chorraum aus in den Kirchenraum blickte, war mir ein wenig, als schaute ich in eine alte römische Basilika auf dem Aventin.
https://www.domradio.de/artikel/bachs-johannespassion-vergegenwaertigt-den-kreuzestod-jesu

