O-Ton 14.August:
Heute Morgen gingen wir nach einem feinen Frühstück gleich an den Strand. Da wir noch keine Liegestühle hatten und unsere Nachbarn noch bis morgen auch hier sind, waren wir bei ihnen. Die letzten Wochen war hier eine große Hitze, aber heute war es sehr windig, auf dem Meer sogar stürmisch. Aber natürlich ist es immer noch warm. Um halb eins gab es Mittagessen. Dann haben wir bis 15 Uhr etwas geruht und sind dann an den Strand gegangen. Als wir im Wasser waren, sahen wir plötzlich zwei Bademeister ganz schnell mit ihren Booten zu einer bestimmten Stelle rudern. Ein junger Mann wurde von zwei anderen auf‘s Boot gehoben. Er zeigte keinerlei Lebenszeichen mehr. Der Bademeister legte ihn sofort auf die Seite und begann, dem jungen Mann den Arm zu bewegen. Ganze Mengen von Wasser kamen aus seinem Mund. Der Mann war ganz blau im Gesicht und hatte Schaum vor dem Mund. Am Strand liefen große Mengen Schaulustiger zusammen und behinderten den Bademeister derart, dass er mit dem Ruder in die Menge schlagen musste, um den Ertrunkenen überhaupt erst vom Boot zu bringen. Man erzählte uns, dass gleich Mund-zu-Mund-Beatmung gemacht wurde. Dann wurde der junge Mann ins Krankenhaus gebracht. In Mauro Mare ist ein Stück des Meeres durch Steinwälle abgetrennt, damit nicht zu große Wellen kommen. Dazwischen sind aber immer Öffnungen, durch die man hinausschwimmen oder mit dem Boot hinausfahren kann. Ich nehme an, dass der Mann hinausgeschwommen ist und gegen die großen Wellen nicht mehr ankam. Nach dem Abendessen haben wir uns noch etwas auf die Terrasse gesetzt.
O-Ton 15.August:
Natürlich waren wir wieder am Strand. Der starke Wind hat sich gelegt. Wie schön haben wir es doch hier! Wir haben erfahren, dass der junge Mann tot ist. Er ist mit seiner Freundin mit der Luftmatratze auf‘s offene Meer geschwommen. Eine der hohen Wellen hat die Luftmatratze umgekippt, so dass die beiden loslassen mussten. Die Freundin hat sich jedoch wieder halten können, er aber wurde abgetrieben, kam gegen die hohen Wellen nicht an und schluckte zu viel Salzwasser. Der Mann war 23 Jahre alt und war mit seiner Freundin aus Bologna hier. Für das Mädchen muss es ja schrecklich sein!
(Mehr hatte ich an diesem Tag nicht aufgeschrieben. Zu den Sommerferien 1973 siehe auch Blogeintrag vom 30.Juni 2025: Quattordici. Das Hotel Conti in der Via Diana in San Mauro a Mare gibt es noch,wie ich recherchiert habe. Ci andrò l’anno prossimo?)

