Nachlese Sent 4 – Eine Farbe

Das Grün ist angenehm für die Augen. Stell dir vor, du müsstest auf blaues Gras schauen, blaues Reblaub, blaue Bäume, würde dir das gefallen?

Selbst beim Meer liebst du das Wechselspiel mit dem Grün, das Leuchten von Türkis.

Bibliothekslampen sind grün und ihr Licht grün gedämpft für das Studium an den Tischen.

Grün ist die Hoffnung. Warum eigentlich? Vielleicht, weil sie aufkeimt wie der Schössling einer Pflanze? Zartes Grün in Spalten zwischen Platten aus Beton.

Helen Frankenthaler kippte die Farben auf unbehandelter Leinwand auf dem Boden aus, kaum gelenkt durch Bürsten – entstand auch das Grün? Und woraus?

Jeden Morgen begrüßt mich das Grün, wenn ich über den Hügel radle, das pralle, helle der Reben, das frische der Grashalme, die Tautropfen tragen, das dunkle der Bäume, die es viel werden lassen im Sommer. Später verlieren sie es und das Grün der Gräser gibt seine Frische ab.

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider, grün, grün, grün ist alles was ich hab‘ – das Lied aus Kindertagen – darum lieb‘ ich alles, was so grün ist, weil mein Schatz ein Jäger, Jäger ist.

(Blick aus der Schreibschule Sent 10.Juli 2026)