Mitten im Chaos eines zu räumenden Hauses spricht der Purzel, der keiner mehr ist (ich muss einen neuen Namen finden) diesen Satz aus drei schlichten Worten, die doch so gewichtig sind. Klar, ohne jeden Zweifel spricht er den Dreiwortsatz und zeigt auf ein großes Bild in weißem Rahmen. Das große, gerahmte Bild steht an eine Wand gelehnt, zusammen mit solchen ganz anderen Charakters, umringt von Flusen, Staub und sonstigen Dingen, die aus einem Leben überdauert haben. In kräftigen Farben ist darauf ein Mann zu sehen, der einen anderen jüngeren Mann herzlich in die Arme schließt. Der Nicht-mehr-Purzel kennt solche Bilder, in kleinerem Format, es sind Illustrationen des niederländischen Künstlers Kees de Kort aus der Kinderbibel. Das Motiv des großen Bildes im Rahmen muss aus der Geschichte Der verlorene Sohn stammen. Die Geschichte interessiert den durchs Haus springenden Nicht-mehr-Purzel gerade nicht sonderlich. Aber ist es nicht so, dass der einfache Dreiwortsatz genau ins Zentrum getroffen hat? Und: brauchen wir nicht immer wieder einen, der im ganzen heillosen Durcheinander, im Tohuwabohu der Welt eine andere Wahrnehmung hat, der uns aufmerken lässt, unsere Ohren öffnet und unseren Blick ausrichtet auf – wenn vielleicht auch nur kleine – Inseln von „Da ist Gott“ ? Da, in einer Geste, einem Lächeln, einem Windhauch, einer Melodie, einem Pinselstrich, einer Zeile, einem Gedanken, einer Blüte, einem Moment der Schönheit?

(siehe auch 1.Könige 19,11+12)
