
Singstunde meinen Monsieur Henri de Toulouse-Lautrec und der Büroaufsteller. Dann lassen wir mal das Sternsingerlein singen:
Sie kann den Schnee riechen. Eine pure Frische, die nichts will. Der Schnee ist sich selbst genug. Sie atmet ein, Kälte rinnt in die Kehle. Sie atmet aus und schaut den weißen Gebilden hinterher, die sich an die Winterluft verlieren. Ihr Gesicht glüht, dicke Decken halten ihren Körper warm. Der Schlitten schwebt durch den Wald, lautlos, nur ab und an das Schnauben der Pferde, die Huftritte vom Schnee verschluckt. Plötzlich hört sie ein Rieseln, ja dort, dort vorne wurde der Tanne weiße Last zu schwer, gleich, nein jetzt streifen befreite Nadeln ihre Wange, kaum atmet sie würzigen Duft, ist es vorbei, sie sind vorüber. Der Rücken des Schlittenführers zeigt keine Regung.

(Mini-Text vom 20.Dezember 2023, komplett überarbeitet)
