Ein Konzert des Kammerchores Markgräflerland brachte zum Ausklang des Osterfestes am gestrigen Montagabend fein ausgewählte, großteils selten zu hörende a cappella- Stücke in die Stadtkirche Schopfheim, beginnend mit Victimae paschali laudes von Sethus Calvisius (1551-1615). Bei Christ lag in Todesbanden sowie beim hochaktuellen Verleih uns Frieden gnädiglich von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und dem abschließenden Jauchzet dem Herrn alle Welt Op.69 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) war auf deutschen Text zu intonieren, ansonsten hatten KomponistInnen der unterschiedlichsten Jahrhunderte ihrer Musik lateinischen Text zugrunde gelegt: Domine, ad adjuvandum me festina (Gottfried August Homilius 1714-1785), Angelus Domini descendit de coelo (Valentin Rathgeber 1682-1750), Cantate Dominum canticum novum (Vytautas Miškinis, geb.1954), O salutaris hostia (Eriks Ešenvalds, geb.1977), O nata lux de lumine (Anna Lapwood, geb.1995), Laudate Dominum omnes gentes (Knut Nystedt, 1915-2014) und Pater noster, qui es in coelis (Simon Waver,geb.1979). Während des Konzerts wanderte das durch die Farben der Glasfenster gefilterte, noch immer kräftige Sonnenlicht so, dass es schließlich die aus dem Jahr 1687 stammende Christusfigur ausleuchtete, die inzwischen nicht an Holzbalken, sondern an kreuzförmigen Metallbändern im hohen Chorraum hängt. Auch diese (in einem kleinen Park stehende) Kirche musste innen gänzlich renoviert werden, nachdem 1996 der Chor, beide Orgeln, ein Seitenschiff und die Kanzel durch Brandstiftung stark beschädigt worden waren. Zwei Orgeln, eine im Chorraum, eine auf der Empore, stimmten gestern ein ins Osterlob.
Ist es am Hügel die Lyra – das Metallophon oder Glockenspiel der Marschkapellen – mit dem Traubenhyazinthen am Osterlob teilnehmen? Oder was hört man da?
Milder Frühlingswind.
Leis schwingen blaue Glöckchen.
Vogelsang von fern.

