Frühlingsduft

Sie dachte, dass man die Fragen waschen sollte. In eine Waschlauge tunken, auswringen und schließlich zum Trocknen aufhängen. Sie stellte sich vor, wie frisch sie dann wären. Und wie hell. Befreit vom Schmutz der Verlegenheiten, der Unsicherheiten, des „Me too“ oder des „We cannot“. Frischgewaschene Fragen würden strahlend an der Leine hängen und im Frühlingswind flattern, eine lange Reihe von Wäschestücken, große wie kleine, leise knatternd im Luftzug über dem jungen Grün aufkeimenden Grases. Nähme man sie dann von der Leine, könnte man mühelos die Antworten hinein falten, betört vom Frühlingsduft, der sich in ihnen verfangen hätte.

Und der Büroaufsteller in seinen letzten Tagen hat auch den Frühlingsduft eingefangen: Carl Larsson (1853-1919) hat 1914 seine Tochter mit den Apfelblüten aquarelliert: