wird das Konzertprogramm mit Puccinis Messa di Gloria in Rom bei zwei Benefizkonzerten des Projektchores (SÄCO) ergänzen und meine Vorfreude aufs Singen in Sant’Andrea della Valle (29.Mai) und Sant’Antonio dei Portoghesi (30.Mai) beginnt zu crescendieren.
Meist ist das Magnificat (der Lobgesang der Maria) liturgisch in den Weihnachtsfeierlichkeiten verankert, weil es in den Erzählzusammenhang der Weihnachtsgeschichte gestellt ist. Es ist jedoch auch Teil des Stundengebets, in der Ostkirche im Morgengebet, in der Westkirche gehört es als Höhepunkt zur abendlichen Vesper. Psalmen und andere Schriftstellen der hebräischen Bibel liegen dem hymnischen Sprechen Marias zugrunde. Auch Martin Luther wollte das Singen des Magnificat in der Kirche belassen, die Vertonungen aus der Communauté de Taizé von Jaques Berthier sind sehr bekannt geworden und in vielen europäischen Gesangbüchern zu finden. (Für die SÄCO-Konzerte ist eine Uraufführung angekündigt)
Während der ersten Amtszeit eines bestimmten Präsidenten fragte ich einmal in Weihnachtsgedanken, ob wir nun einen Lobgesang anstimmen auf an Zäunen zerrissene Hoffnung, auf Verdunstung der Barmherzigkeit, auf das große #MeFirst oder ob wir mit Maria sprechen wollen:
Meine Seele erhebt den Herrn
und mein Geist hat gejubelt
über Gott, meinen Retter.
Er hat Macht geübt mit seinem Arm,
er hat zerstreut,
die in der Gesinnung ihres Herzens
hochmütig sind.
Er hat Mächtige von Thronen hinabgestoßen
und Niedrige erhöht.
Hungrige hat er mit Gütern gefüllt
und Reiche leer fortgeschickt.
Er gedenkt der Barmherzigkeit.
(Lukas 1,47 u. 51-54; s. auch Ps.107)

(Foto vom 10.Mai 2024: eine Gnadenmadonna mit dem Apfel des Heils, den sie ihrem Sohn übergibt, aber er hat ihn auch schon in der Hand, oder? Ein bisschen, als würden sie sich Bälle zuwerfen. Mir gefällt auch, wie der Jesusknabe mit dem rechten Arm an den Mantel der Mutter greift – hebt er sich fest oder ab? Und schön: die seitlichen Schatten, die die Statue wirft, so dass eine Dreier-Gruppe mit unterschiedlichen Konturen und Betonungen entsteht. Die Kronen mit den Reichsäpfeln wirken auf den Figuren fremd, in den Schatten aber passen sie sich an.)
