Na ja – nicht ganz, ist er doch am 22.September 1826 in Schwetzingen verstorben (geboren am 10.Mai 1760 in Basel, aufgewachsen in Basel und in Hausen im Wiesental). Und genau deswegen, nämlich wegen des Gedenkens zum 200.Todesjahr hat der Hebelbund Lörrach für dieses Jahr ein interessantes Programm mit Lesungen von Hebelpreisträgern zusammengestellt. Gestern hat es begonnen mit dem Preisträger von 2012, Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen/Donau geboren, Schriftsteller, Essayist, literarischer Übersetzer, wohnhaft unter anderem bei Freiburg, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste etc., von 1993 bis 1995 war er auch Chefdramaturg der Oper am Theater Basel. Im Dreiländermuseum las er vor denen, die trotz des sonnigen Spätnachmittages gekommen waren, aus seinem neuen Roman Die Heilung von Luzon (erschienen 2025 im Hanser-Verlag). Außer dem Ohrenmerk auf den Romananfang (sowohl der Präsident des Hebelbundes Lörrach als auch Karl-Heinz Ott lieben Romananfänge) kam man in den Genuss, ein komplettes Kapitel zu hören, das ungeheuer detailreich die Bilder der fremden philippinischen Welt erstehen ließ, man sah sozusagen einen Film. Am Büchertisch beim Signieren konnte man noch kurz mit dem Autor ins Gespräch kommen, mich interessierte Dauer der Materialsammlung und Notate (langer Zeitraum, immer wieder) und Dauer des eigentlichen Schreibens der Endfassung (eher kurz). Zulegen wollte ich mir dann jedoch lieber ein anderes Werk von Karl-Heinz Ott: Hölderlins Geister, Hanser-V. 3.Aufl.2020.
Bei meinem Radrückweg entlang der Wiese, über die Johann Peter Hebel ein schönes Langgedicht auf Alemannisch verfasst hat („Los, i will di jez mit mine Liederen ehre und mit Gsang bigleiten uf dine freudige Wege“), war die Sonne schon untergegangen, aber der Himmel bewahrte noch ihren Nachklang und die Wiese antwortete mit metallisch blauem Schimmern, die säumenden Bäume in Scherenschnittstimmung.
Für den 17.Mai hat man Monika Helfer und Michael Köhlmeier geladen (Hebelpreis 2022/1988), für den 27.September Arnold Stadler (Hebelpreis 2010), für den 15.November Lukas Bärfuss (Hebelpreis 2016).

