Ändstraich

Der nur datumsaktuelle Büroaufsteller empfängt mich beim Ausflug heute mit Musikern, die ihre Instrumente vor mehr als 3400 Jahren in Händen hielten, die Basler Fasnächtler aber haben die ihrigen jetzt erst einmal aus der Hand gelegt, denn nun hat die Fasnacht auch in der Regio TriRhena ein Ende, mit dem Ändstraich um vier Uhr früh des heutigen Tages. Obwohl: auf einigen Hügeln werden noch die Fasnachtsfeuer lodern und die brennenden Scheiben (Schiibe) gen Tal geschlagen werden, ein Brauchtum, das den schwäbisch-alemannisch- elsässischen Raum auch mit dem Vinschgau und mit Vorarlberg verbindet. In den letzten drei Tagen aber zogen das Piccolo-Pfeifen und das Basler Trommeln auf seilgespannten Marsch-Trommeln unablässig durch Gassen und über Brücken der Stadt am Rheinknie, und wir zogen ein bisschen mit, schauten nach oben, wo Drei Könige sich in drei Waggis verwandelt hatten, schauten nach unten, wo Kanaldeckel sich mit Räppli schmückten, schauten geradeaus, wo Anzeigetafeln einmal anderes als effektive Abfahrtszeiten verkünden durften, und freuten uns an einem Himmel, der willig seine Farbe dem Spruchband anpasste: „Fasnacht uff em Rhy – jo, do möchti sy!“  (und Dääfeli gab‘s massenweise für Jemande im Binggis-Alter)

(zur Basler Fasnacht etc siehe auch Blogeintrag vom 5.März 2025)

(übrigens: nicht mehr lange, dann ist auch Ändstraich bei Büroaufstellerausflügen)