Tag 24 im Dezember – Heiligabend – Weihnachtsfest

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging …

So beginnt die Weihnachtsgeschichte im zweiten Kapitel des Evangelisten Lukas nach der Lutherbibel, und dem ein oder anderen mag dieser Anfang wohlbekannt sein.

Im Alten Testament setzt sich Der Prediger mit der Wechselhaftigkeit menschlichen Lebens auseinander:

Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit: Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten, Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Tanzen, …. (Kap.3)

Derzeit fragen wir oft: was ist das nur für eine Zeit?

Es geht die Rede von einer Zeitenwende.

Wohin, fragen wir, wendet sich die Zeit und wie ist es ihr möglich, sich zu wenden? Dreht sie sich um und schaut nach rückwärts? Geht sie etwa zurück? Rast sie nicht immer weiter vorwärts, so dass wir oft das Gefühl haben, gar nicht Schritt halten zu können? Wendet die Zeit sich ab, wenn wir in den Spiegel blicken und Spuren sehen, die sie in unser Antlitz geschrieben hat?

Und was ist mit den tausend Jahren, die vor Gott wie der gestrige Tag sein sollen, wenn er vergangen ist?  (Ps.90,4)

Gibt es einen, fragen wir uns, der die Zeiten wendet, jemanden, der weder in Amerika, noch in Russland, China oder wo auch immer sitzt, jemanden, der nicht von dieser Welt, aber doch in der Welt ist?  (Joh.8,23)

Die Fragen selbst liebzuhaben und jetzt die Fragen zu leben, legt Rainer Maria Rilke, dessen 150. Geburtstag im Dezember gewürdigt wurde, einem jungen Dichter in einem Brief ans Herz. Vielleicht, fährt er fort, leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines  fernen Tages in die Antwort hinein.

Ich bin bei Euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters, wird das Kind aus der Krippe eines Tages sagen, als es den Kreuzestod schon hinter sich hat. (Mt.28,20)

1731 wurde die erste gedruckte Losung herausgegeben und seither erscheinen die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine ohne Unterbrechung und inzwischen in etwa 60 Sprachen.

Und so blicken wir über die Weihnachtstage hinaus ins kommende 2026 hinein mit der Jahreslosung, mit Worten, die der Johannes der Offenbarung hörte und die ihm zu schreiben aufgetragen wurden:

Siehe, ich mache alles neu.  (Off.21,5)

FROHE WEIHNACHTEN – BUON NATALE – JOYEUX NOEL

(Hier gibt es nun eine Pause. Der nächste Blogeintrag ist vorgesehen für den 2.Januar 2026)